Kennziffern der Polizeilichen Kriminalstatistik
In den Veröffentlichungen zur Polizeilichen Kriminalstatistik finden sich regelmäßig Hinweise auf verschiedene Kennziffern. Die wichtigsten Kennziffern, wie Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ), Aufklärungsquote (AQ), Opferbelastungszahl (OZ) oder Häufigkeitszahl (HZ) sind nicht lediglich statistische Werte, vielmehr sind das entscheidende Indikatoren für die Bewertung und Einordnung von Kriminalitätsphänomenen.
1 Häufigkeitszahl
1.1 Was ist eine Häufigkeitszahl?
Die Häufigkeitszahl (HZ) ist eine zentrale Kennziffer der Polizeilichen Kriminalstatistik. Sie dient zum einen dazu, dass Kriminalitätsaufkommen in verschiedenen Regionen, Städten oder Bundesländern vergleichbar zu machen. Zum anderen werden dadurch Aussagen zur zeitlichen Entwicklung auf räumlicher Ebene ermöglicht.
Grundsätzlich bildet die Polizeiliche Kriminalstatistik die absolute Zahl der registrierten Straftaten ab. Doch allein die absoluten Zahlen sind hinsichtlich ihrer Aussagekraft nicht stark belastbar. Naturgemäß steht die Zahl der Straftaten mit der Menge der Menschen in einem engen Zusammenhang. Eine hohe Zahl registrierter Straftaten in einer Großstadt bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass diese Stadt unsicherer ist, als eine Kleinstadt – sie hat schlicht mehr Einwohner.
Durch die Berechnung der Straftaten pro 100.000 Einwohner bietet die Häufigkeitszahl als Quotient eine objektivierte Vergleichsgröße, die es ermöglicht, Kriminalitätsentwicklungen über die Zeit und zwischen verschiedenen geografischen Räumen in Relation zu setzen.
1.2 Beispiel für die Verwendung einer Häufigkeitszahl
Gelsenkirchen ist eine Großstadt im Ruhrgebiet. Zum Stichtag 31.12.2023 hatte die Stadt 263.000 Einwohner. Im Jahr 2023 wurden dort 24.513 Straftaten registriert. Nicht weit von Gelsenkirchen entfernt liegt die Großstadt Hamm in Westfalen. Hamm hatte zum o.g. Stichtag eine Einwohnerzahl von 180.849. Registriert wurden dort insgesamt 18.853 Straftaten. Wegen der unterschiedlichen Einwohnergröße können die Städte bezüglich des registrierten Kriminalitätsaufkommens nicht direkt miteinander verglichen werden. Das geht mit Hilfe der Häufigkeitszahl. Für Hamm errechnet sich eine Häufigkeitszahl von 10.425, für Gelsenkirchen liegt der entsprechende Wert bei 9.321. Relativ gesehen, hat damit die Stadt Hamm eine höhere Kriminalitätsbelastung als Gelsenkirchen.
Quelle: PKS NRW 2023, Tabelle 110
1.3 Interpretation von Häufigkeitszahlen
Städtische Räume zeigen nicht nur höhere Fallzahlen, vielmehr ist dort auch gegenüber den ländlichen Räumen die Häufigkeitszahl erhöht. Woran liegt das? Warum sind Großstädte vergleichsweise höher belastet als ländliche Gebiete oder Kleinstädte? Eine große Erklärungskraft bieten die häufiger vorhandenen Tatgelegenheiten in einer Großstadt. Der geneigte Täter kann sich die für ihn optimale Tatgelegenheit aussuchen. Ein Beispiel: Täter A will sich durch einen Raubüberfall in den Besitz von Luxusuhren bringen. In der Großstadt stehen ihm dazu viel mehr Möglichkeiten zur Auswahl. So kann er in die Wahl des geeigneten Tatortes die zu erwartende Beute, die Entdeckungswahrscheinlichkeit und andere Variablen einfließen lassen. In einer Kleinstadt ist die Auswahl an geeigneten Tatörtlichkeiten kleiner.
Aber auch der Vergleich von Großstädten hat seine Tücken. Sogenannte Rankings der gefährlichsten Städte, die ausschließlich auf Vergleichen der Häufigkeitszahlen beruhen, sind grundsätzlich nicht aussagekräftig. Beispielsweise hat die Stadt Düsseldorf regelmäßig eine vergleichsweise hohe Häufigkeitszahl. Ist Düsseldorf deshalb unsicherer als eine hinsichtlich der Einwohnergröße vergleichbare Stadt in Nordrhein-Westfalen? Das Problem liegt unter dem Bruchstrich der Formel zur Berechnung der Häufigkeitszahl. Die Straftaten werden mit der Bevölkerungszahl in Beziehung gesetzt. Schaut man auf die Pendlerquote der Stadt Düsseldorf, so wird man feststellen, das vielmehr Menschen nach Düsseldorf hineinpendeln als umgekehrt. Damit befinden sich tagsüber deutlich mehr Menschen als Einwohner in Düsseldorf, also steigen damit auch die Tatgelegenheiten. In Beziehung gesetzt werden die Straftaten durch die zusätzlichen Tatgelegenheiten jedoch nur mit der Zahl der Bevölkerung. In die gleiche Richtung wirken beispielsweise der Reiseverkehr am Flughafen, das Vergnügungsviertel der Altstadt, die Messe, demonstrative Aktionen in der Landeshauptstadt und Sportveranstaltungen. Will man Großstädte hinsichtlich der Kriminalitätsbelastung miteinander vergleichen, reicht die reine Betrachtung der Häufigkeitszahl nicht aus. Im Übrigen gilt dies auch für den Vergleich von Bundesländern unterschiedlicher Struktur. Man kann das überwiegend ländlich geprägte Bayern nicht mit einem überwiegend großstädtisch geprägten Bundesland, wie beispielsweise Nordrhein-Westfalen oder einem Stadtstaat nicht auf Basis der Häufigkeitszahl vergleichen.
2 Aufklärungsquote
2.1 Was drückt die Aufklärungsquote aus?
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2.2 Delikte mit hoher und solche mit niedriger Aufklärungsquote
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2.3 Optimierungsbedarf
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